Connect with us

GFL

Dramasieg in Köln

Köln gegen Berlin, Dritter gegen Vierter, Meisterbesieger gegen Meisterbesieger, auf dem Papier ein Spitzenspiel, was sich dann auf dem Rasen in Köln abspielte, war ein Spiel aus einer fiktiven Werbebroschüre für Football made in Germany.

Vollgas und Dramatik von der ersten Minute an. Erster Snap Crocodiles, 75-yards Lauf später, Touchdown Köln, 6:0 (PAT daneben). Ganz so hatten sich die Adler das nicht vorgestellt. Dabei war man schon mit ungünstigen Vorzeichen angereist. Headcoach Shuan Fatah musste krankheitsbedingt zu Hause bleiben, Lee Rowland übernahm das Szepter an der Seitenlinie, dann kamen auch noch Probleme bei der Anreise hinzu, so dass man keine zwei Stunden vor dem Kickoff im Stadion ankam, stressfreie Vorbereitung sieht anders aus.

Umso bemerkenswerter dann die schnelle Antwort. Nach einem guten Kickoff Return an die 48- Yard Linie war es dann ein Pass auf die rechte Seite zu Max Zimmermann, der dann der kompletten Kölner Defense Knoten in die Beine lief und den Ausgleich besorgte, inklusive 2-PT-Consersion 6:8, Führung war in Adler Hand.

Trotz der immer mehr aufkommenden Hitze, dachte keiner daran es mal gemächlicher angehen zu lassen. Mit überraschend viel Laufspiel und unterstützt durch eine große Berliner Strafe stand der Gastgeber schnell wieder in der Adler Redzone. Ein schneller kurzer Pass später, Touchdown Köln, inklusive 2-PT-Conversion, 14:8.

Wer jetzt dachte, die Defense beider Teams hat sich heute frei genommen, sah sich schnell getäuscht. Die Crocodiles machte zu erst auf sich aufmerksam, als man die Adler zu einem Punt Zwang. Kein Problem für die Gäste. Beim nächsten Laufspielzug der Kölner wurde ein Fumble erzwungen und man kam tief in der Hälfte des Gegners in Ballbesitz. Zach Cavanaugh servierte den folgenden Ball nur dahin wo nur ein Max Zimmermann ihn erreichen kann, Touchdown Adler, PAT nicht Gut, 14:14.

Wieder gelang Köln die passende Antwort. Nach blitzsauberen Drive, ein erneuter kurzer Pass, 21:14, Führung zurückgeholt. Damit ging das erste!!! Quarter zu Ende. Der Seitenwechsel brachte die Adler nicht aus dem Rhythmus, ein ewig langer Pass auf Pat Donahue, der erneute Ausgleich wurde erzielt. Es sollte noch besser kommen. Den nächsten Kölner Drive konnte die Adler Defense schnell stoppen und so kam man kurz vor der Pause noch einmal in Ballbesitz. Drive bis an die 1-Yard Linie und der Touchdown Quarterback Sneak durfte gegen den Verein des Mr.QB-Sneack Jan Stecker natürlich nicht fehlen, die Adler gingen mit 21:28 in Führung und in die Halbzeit.

Die zweite Halbzeit brachte nicht mehr ganz soviele Punkte, die Dramatik wurde dafür ins Unermessliche gesteigert. Zunächst verrichteten die Defense-Reihen ihre Arbeit. Ein 30-Yard Pass von QB Chris Strong auf seinen Receiver brachte das 27:28. Durch den verschossenen PAT lagen noch alle Trümpfe bei den Adlern und man begann mit Laufspiel die Zeit herunter zu spielen. Einer dieser Läufe sah schon wie ein sicher Touchdown aus, als es dem Kölner Verteidiger gelang den Ball im letzten Moment loszureißen, Köln kam wieder in Ballbesitz.

Fast ein Spiegelbild der Ereignisse, nach einem Pass versuchte der Kölner Receiver sich in Richtung Endzone durchzutanzen, ein Ballstrip später und der zupackende Antonio Smith hatte den Ball wieder für die Adler gesichert. Es war alles bereitet für das nun letzte Quarter und den finalen Showdown. Zunächst schlossen die Adler ihren Drive  mit einem 30-Yard Fieldgoal durch Lenny Krieg an. 27:31.

Kölns Antwort: ein 80-Yards pass auf den ganz freien Receiver, 33:31 (2-PT-Conversion nicht gut). Noch genug Zeit für die Adler. Tief in der Hälfte der Kölner wird Zach Cavanaugh stark unter Druck gesetzt, der getippte Ball landet in den Händen eines Kölner Verteidigers. Dann folgte aber das wichtigste Three-and-Out des gesamten Spiels. Sehenswert hier vor allem der zweite Versuch als Schwergewicht Remi Daniels sich durch die Oline der Kölner tankte und mit einem Sprung den Pass abwehrte. Die Adler hatten weniger als zwei Minuten für ihren 70-Yards Drive.

Soviel mussten sie gar nicht zurücklegen. Als man in Fieldgoal Entfernung war, kam Lenny „the Leg“ Krieg aufs Feld. Nach Strafen hüben wie drüben, inklusive Icing the Kicker, erfolgte der Snap dann im dritten Versuch, der Schuss ging 5,5 Sekunden vor Ende des Spiels durch die Torstangen; 33:34. Der Held des Tages Lenny Krieg setzte seiner Leistung noch die Kirsche auf die Sahne, als ihm anschließend einwerfender Squib-Kick glückte. Der unkontrollierbare Ball wurde von einem Kölner berührt und beim anschließenden Gerangel um den Ball liefen die letzten fünf Sekunden runter, der wichtige Drama Sieg der Adler war damit unter Dach und Fach.

Mit einem weiteren Spitzenspiel geht es am nächsten Wochenende weiter, wenn die New Yorker Lions zu Gast im Poststadion sind. Wer nach diesem Spiel nicht auf den Adler-Hype-Train aufspringt, hat das Spiel nie geliebt.

Fotos vom Spiel.

More in GFL