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90 Punkte Wahnsinn im Poststadion

Bei bestem Footballwetter traf der Aufsteiger aus Berlin auf den amtierenden Deutschen Meister aus Dresden. Was die Zuschauer in der ersten Halbzeit zu sehen bekamen, kann man getrost als surreal bezeichnen. Die Berlin Adler lieferten auf beiden Seiten des Balles eine nahezu perfekte erste Halbzeit ab, während bei Dresden nichts zusammenlief. Nach anfänglichem abtasten zeigte sich im zweiten Drive, womit Dresden heute seine Liebe müh und Not haben wird, ein mobiler QB wie Zach Cavanaugh wird heute schwer zu verteidigen sein.

Ein QB Lauf über das halbe Spielfeld bereitete dann auch den ersten Adler Td vor, dass dieser dann mit einem QB sneak abgeschlossen wurde, war dann nur noch die logische Folge. Auch der zweite Td der Adler war ein QB sneak, diesmal allerdings vorbereitet durch schöne Pässe auf die Receiver Pat Donahue und Max Zimmermann.

Apropos Zimmermann, dieser zeichnete sich verantwortlich für die Touchdowns Nummer drei und vier, als er einmal bei 10 und einmal bei 18-Yards völlig alleine in der Endzone stand und den Ball unter großem Jubel fing.
Und Dresden? Die schienen körperlich noch nicht in Berlin angekommen zu sein, ein einziges First down konnten sie in der ersten Halbzeit erzielen, der neue QB Justin Agner war unter Dauerdruck und fand keine freien Anspielstationen. So ging es mit dieser sehr überraschenden 28:0 Führung in die Halbzeit.

In der zweiten Halbzeit passierte das, was man beim Football häufig zu sehen bekommt. Ein völlig veränderter Gegner, der das Spiel am Ende noch mal knapp werden ließ. Der entscheidende Drive war hierbei der Eröffnungsdrive von Dresden nach der Halbzeit. Durch zwei große Strafen begünstigt (eine davon sogar mit einer ejection auf Berliner Seite), stand der Deutsche Meister urplötzlich in der Redzone. Ein schneller Pass über die Mitte auf Darell Steward und Dresden hatte es aufs Scoreboard geschafft.

Die Antwort der Adler kam aber nur 100 Sekunden später. Ein 45-Yards-Pass auf Pat Donahue und der alte Abstand war wieder hergestellt. Nun ging es Schlag auf Schlag. Dresden drückte aufs Tempo und spielte eine no-huddle offense, damit die Adler zu keiner Verschnaufspause kamen.

Durch eine weitere große Strafe begünstigt, standen die Monarchs kurze Zeit später erneut kurz vor der Adler Endzone. Eine Kopie des ersten Tds später und Ameachi sorgte für die erneute Verkürzung. So wie dieser Drive liefen die nächsten Drives der Monarchs ab. Schnelles Spiel, unterstützt von großen Strafen gegen die Adler Defense und am Ende ein kurzer Pass über die Mitte, welcher dann der Td war. So verkürzten die Gäste abermals auf 21:35 und die für nicht möglich gehaltene Spannung lag in der Luft.

Nach einem guten Kickoffreturn der Adler, zeigten diese, dass auch sie schnell können. Zwei 21-Yard-Pässe und nur sechzig Sekunden später, hatten die Adler die 40-Punkte überschritte. Der TD Pass auf Maurice Rothenburg war dabei ein free Play wegen eines offsides gegen Dresden.

Dresden ließ sich aber nicht abschütteln und konterte mit dem dritten Td durch Ameachi sofort. Inzwischen im  vierten Quarter angekommen, steuerte das Spiel auf seinen Klimax zu. Nach einem langen Drive konnten die Adler mit einem kurzen Pass auf Ali Khalife erneut scoren, der PAT scheiterte aber aufgrund eines schlechten snaps. Als dann Toni Smith den Dresdener QB intercepten konnte, schien das Spiel gelaufen. Geschenke verteilen konnten die Adler allerdings auch und so fumbelte man den Ball und gab das Angriffsrecht prompt wieder ab.

Das auch Dresdens QB Agner mobil ist, bewies er dann umgehend und sorgte für den nächsten Td aus 13-Yards selbst. Bei knapp 4 Minuten auf der Uhr sollte dieses 48:35 doch wohl reichen. Aber nicht bei den „wir-stehen-auf-Herzschlag-Finals“ Adlern. Bei einem dritten und lang fing McElroy den Pass ab und trug ihn weit in die Hälfte der Adler, den Td rettenden tackle musste Zach Cavanaugh selbst machen.

Dieser war allerdings nur aufgeschoben. Eine Strafe auf Adlerseite bei einem vierten Versuch, ermöglichte den Dresdnern eine weitere Td Chance, welche Ameachi zum vierten Mal nutze und nun war das Spiel fast komplett gedreht, „nur“ noch 48:42 für die Adler. Drama dann beim folgenden onside Kick. Dresden recovered, der Ball hatte aber noch nicht die erforderlichen 10-Yards überschritten, also bleibt er doch in den reihen der Adler. Aufatmen und drei victory formations später und die Adler liegen sich erleichtert in den Armen nach diesem überraschenden Thrillersieg.

Zwei völlig unterschiedliche Halbzeit zeigen, wie es gehen kann, aber auch was unbedingt abgestellt werden muss. Die 170-Yards Strafen alleine In der zweiten Halbzeit, hätten den Adlern beinahe den Sieg gekostet. Bekommt man zwei Halbzeiten wie in der ersten Halbzeit hin, braucht man sich vor keinem Gegner zu fürchten. Jetzt ist erst mal eine bye Week  bevor es in zwei Wochen nach Köln geht.

 

Scores im einzelnen:

7:0 Cavanaugh Lauf 1-Yard (PAT Krieg)

14:0 Cavanaugh Lauf 1-Yard (PAT Krieg)

21:0 Cavanaugh 10-Yard-Pass Zimmermann (PAT Krieg)

28:0 Cavanaugh 18-Yard-Pass Zimmermann (PAT Krieg)

28:7 Agner 10-Yard-Pass Steward (PAT Nahs)

35:7 Cavanaugh 45-Yard-Pass Donahue (PAT Krieg)

35:14 Agner 3-Yard-Pass Ameachi (PAT Nahs)

35:21 Agner 2-Yard-Pass Ameachi (PAT Nahs)

42:21 Cavanaugh 21-Yard-Pass Rohemburg (PAT Krieg)

42:28 Agner 10-Yard-Pass Steward (PAT Nahs)

48:28 Cavanaugh 3-Yard-Pass Khalife (rush attempt Krieg failed)

48:35 Agner 13-Yard-Lauf (PAT Nahs)

48:42 Agner 5-Yard-Pass Ameachi (PATNahs)

 

 

 

 

 

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