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Berlin Adler

735 Tage Leiden haben ein Ende

Dieser 2.6.2018 kann als etwas Historisches in der jüngsten Geschichte der Adler angesehen werden. Es ist vollbracht. Nach 735 Tagen gelang es den Adlern endlich wieder einen Heimsieg nach Hause zu fahren. Der letzte Sieg ist nun auch schon 406 Tage her (damals bei den Hamburg Huskies) und die 19 Spiele andauernde Niederlagenserie konnte dank einer kämpferischen und spielerisch überzeugenden Leistung beendet werden, auch wenn es gegen Ende noch einmal eng wurde. Aber der Reihe nach.

Nach verhaltenem Beginn beider Teams hatte es der zweite Drive der Adler dann in sich. Nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ wurde Jordan Frost von Quarterback Bryan Zerbe immer wieder eingesetzt. Als man dann in der Hälfte der Cougars angekommen war, packte Bryan dann einen 28 Yard Pass auf den Marathonmann James Gray aus, den dieser in bester Jarvis Landry Manier mit einer Hand aus dem Himmel pflückte, stand man plötzlich kurz vor der Redzone der Cougars. Jordan Frost machte dann kurzen Prozess und tänzelte sich aus 21 Yards in die Endzone, nach geblocktem Fieldgoal stand es plötzlich 6:0. Es sollte aber noch besser kommen. Nach dem Kickoff von Manuel Lewerenz versuchten die Cougars mittel Reverse-Pass-Play die Adler auszutricksen. Diese rochen den Braten, tackelten den Returner so hart, dass dieser den Ball fallen ließ und Gray sicherte ihn für die Adler. Apropos Gray. Dieser hatte so viel Spaß am Spiel, dass er scheinbar bei jedem einzelnen Snap auf dem Platz stand. Drei Pässe von Zerbe später krallte er sich eine 43 Yard Bombe und spazierte in die Endzone. Bryan höchstpersönlich erledigte die 2-pt-Conversion, als die Cougars mit einem Lauf von Jordan rechnete. 14:0 stand es damit nach knapp 4 Minuten.

In der restlichen Spielzeit der ersten Halbzeit neutralisierten sich dann die Defense-Reihen. Aber absolut Bemerkenswert ist ein Goallinestand der Adler, als die Adler insgesamt 5 Versuche (inklusive einer eigenen Strafe) von der 10 Yard Linie abwehren konnte, der letzte Versuch dann auf der ein Yard Linie. Kein Durchkommen für Berglöwen in dem Moment.

Die zweite Halbzeit schien dann mit einem Stotterstart loszugehen. Nach einem Punt der Cougars wollte James Gray den Ball fangen, fumbelte ihn aber, sicherte dann aber doch noch den Ball für die Adler an der eigenen 16. Dann folgte aber das Play des Tages. Nach der Ballübergabe an Jordan Frost, tankte sich dieser durch die in den letzten Minuten so sichere Puma Abwehrreihe und war dann nicht mehr aufzuhalten. Die Defense Spieler sahen nur noch seine Hacken, das Stadion flippte aus und rieb sich verwundert die Augen: 21:0.

Dass die Cougars Football spielen können zeigten sie im darauffolgenden Drive. Nach einem sehr guten Kickoff Return standen die Lübecker schon in der Hälfte der Adler, ein paar Spielzüge später fand Quarterback Watkins seinen Lieblingsreceiver des Tages, Lennart Stoline für 29 Yards und der Anschluss war wieder hergestellt.

Wie wichtig der nächste Drive der Adler sein sollte, zeigte sich am Ende des Spiels. Nach 9 Plays war man für 57 Yards gelaufen und schloss die ganze Sache mit einem 25-Yard Fieldgoal von Manuel Lewerenz ab, der ein oder andere dachte hier wohl schon, dass dies der Deckel auf den Sieg sei und die Leidenszeit ein Ende hat. Aber wir sind hier immerhin beim American Football, einer Sportart wo man schon Pferde hat kotzen sehen.

Bis weit in das vierte Viertel sah die Welt in Ordnung aus. Dann gab es eine Facemask Strafe für die Berlin Adler. Nach Ansicht der Adler Sideline unbegründet, was man auch lauthals kundtat. Eine zweite Flagge flog und so überbrückten die Cougars ohne viel Anstrengung 30 Yards und standen kurz vor der Endzone. Wieder Watkins auf Stoline und schon war es ein two-point-Game. Es sollte noch dicker für die Adler kommen. Nach einem schnellen free and out kamen die Lübecker in guter Feldposition wieder in Ballbesitz. Nach einer umstrittenen Targeting Strafe standen die Cougars wieder an der Redzone. Dies ließ sich Watkins nicht entgehen und fand mit einem überragenden Wurf Steven Young (ja der junge Mann heißt wirklich so) in der Adler Endzone und das Spiel hatte sein Herzschlag Finale. Sollte die Adler Horrorserie doch nicht reißen? Nach diesem harten Kampf und überzeugendem Spiel mehr als unverdient.

Der Onside Kick der Cougars wurde somit auch zur Chefsache. Der Mann mit dem sichersten Händen (Jordan Frost) sicherte diesen. Nach zwei Laufversuchen rechneten nun die Cougars auch mit einem dritten Lauf. Zerbe packte aber einen riskanten 27-Yard Pass auf Maylan Bacher aus, den dieser trotz Pass Interference fing und damit den Sack zumachte. Es war Vollbracht. Zwei Jahre ohne Heimsieg waren vorbei, 19 Niederlagen am Stück fast vergessen.

Was noch zu tun übrig blieb? Der Offense und Defense MVP musste gewählt werden. Das Coaching Team der Adler entschied sich für folgende Spieler:

Offense: Quarterback Bryan Zerbe , welcher das Team überzeugend über das Feld führte und mit einem TD Pass und selbst erlaufener Conversion sichtbar am Sieg beteiligt war.

In der Defense konnte es nur James Gray sein, welcher überall zu finden war. Er war top Receiver und hatte auch noch 6 Tackles auf dem Konto, sowie eine wichtige Fumble Recovery. Beide erhielten Produkte von unserem Sponsor Lautsprecher Teufel.

 

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