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GFL2 Nord

Invaders dominieren im Poststadion

Im ersten GFL-Heimspiel steckten die Adler eine 6:24 Niederlage gegen die Hildesheim Invaders ein. Vor einer gut gefüllten Kulisse von 2.867 Zuschauern im Poststadion offenbarten die Adler gleichen Fehler wie in den Spielen zuvor: Startschwierigkeiten und zu viele Punkte liegen lassen.

So konnte letztlich auch im dritten Spiel gegen die Hildesheim Invaders kein Sieg eingefahren werden. Dabei ging es eigentlich vielversprechend los. Hildesheim konnte im ersten Drive recht früh auf Höhe der Mittellinie gestoppt werden. Der darauffolgende Adler Drive startete mit einem kurzen Pass auf Max Zimmermann, der dann insgesamt noch massig Yards after Catch machte, so dass am Ende 52 Yards zu Buche standen, recht viel versprechend.

Dann aber kam das Adler Problem der 2017er Saison zum Vorschein. Man pflügt gut über das Feld und kurz vor der Endzone scheint der Akku leer zu sein. Jedenfalls schafften wir es in den nächsten drei Spielzügen nicht, sich der Endzone zu nähern. Schlimmer noch, mithilfe von Strafen und einem Tackle for Loss wurden wir von der 27 Yard Linie zurück zur 34 gedrängt worden.

Ein Unglück kommt selten allein. Der anschließende Punt missglückte völlig und ging schon nach 2 Yards ins Aus, hinüber war der Traum von der Führung und die Invaders starteten Mitte ihrer eigenen Hälfte. Angeführt von ihrem groß aufspielenden Quarterback Zach Cavanaugh marschierte dieser mit Hilfe seines „Mädchen für alles“ Philip Gamble über das gesamte Feld und beendeten diesen Drive mit einem 43 Yards Touchdown Pass auf Phillip Raschke.

Auch in der Folgezeit fiel der Berliner Offense nicht viel ein und man merkte, dass die Eingespieltheit zwischen dem neuen Quarterback Niko Fortino und den Receivern der Adler noch nicht richtig da war. Viele Pässe waren zu hoch oder zu lang, und mitunter auch zu hart geworfen und die Passempfänger konnten diese nicht festhalten. So kam es wie es kommen musste, Mitte des zweiten Viertels führte Cavanaugh seine Männer wieder Richtung Berliner Endzone und RB Phil Gamble machte mit einem 4 Yard Touchdown-Lauf den Deckel drauf.

Es war wie verhext, was die Berliner Offense auch versuchte, es lief nichts zusammen. So gingen die Adler 50 Sekunden vor der Halbzeitpause volles Risiko und spielten einen vierten Versuch an der eigenen 47 Yards Linie aus, aber auch dies misslang. Schlussendlich wurde dieser Mut noch bestraft, indem die Invaders in den verbleibenden Sekunden nochmal tief in die Adler Hälfte eindrangen und den Drive mit einem erfolgreichen Field Goal abschlossen. Halbzeitstand : Adler 0, Invaders 17.

FOTOS ZUM SPIEL:
>>Thomas Sobotzki via Facebook<<
>>Stephan Dannhaus / frtp.de<<
>>Wolfgang Weber / football-aktuell.de<<

Man konnte in der zweiten Hälfte nur auf Besserung hoffen. Gleich im ersten Drive traute der geneigte Adler Fan seinen Augen nicht. Quarterback Fortino dirigierte seine Offense hervorragend übers Feld und zauberte schließlich einen 32 Yards Pass auf Sydney Plewinski aus dem Hut, welcher ihn in der Endzone fing. Beim Extrapunkt trat ein weiteres Problem der Adler auf: Es werden zu viele einfache Punkte in dieser Saison liegen gelassen. Der Snap war viel zu hoch, schwierig für den Holder Nick Loß zu fangen und rechtzeitig für den Kicker Manuel Lewerenz zu platzieren. Der Extrapunktversuch ging daneben. Dennoch konnten die Adler auf 6:17 verkürzen.

Diesen verheißungsvollen Start ins dritte Viertel und zu einer eventuellen Aufholjagd machten sich die Adler im nachfolgenden Drive wieder zunichte. Auf den Kickoff Return gab es eine unnötige Facemask-Strafe, so dass die Hildesheimer schon komfortabel in der Hälfte der Adler starteten. Cavanaugh machte die restlichen Yards fast im Alleingang, inklusive eines vierten Versuchs und 9 Yards, welche er mit einem Hechtsprung beendete. Den Touchdown erzielte am Ende wieder Phil Gamble, diesmal musste er noch zwei Yards überbrücken.

Keiner der 2877 Zuschauer im gut gefüllten Poststadion ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass es schon der Endstand sein sollte und dass noch eine dramatische Szene zu überstehen war. Obwohl die Defense viel zu lange auf dem Platz stand, hielt sie die Adler weiter im Spiel. Bei einem ersten und Goal für Hildesheim sprang der völlig freie Burton de Koning in einen Ball und fügte Cavanaugh die erste Interception zu. Aber auch später aus dem eroberten Fumble von Giancarlo Boone konnte kein Kapital geschlagen werden. Es folgten insgesamt vier Turnover-on-Downs. Also Ballbesitzwechsel, nachdem es nicht gelungen war, in vier Versuchen die 10 Yards zu überbrücken.

Kurz vor Ende des dritten Viertels spielte sich Dramatisches ab. Bei Ballbesitz Adler wurden diese an der Mittellinie gestoppt, dabei verletze sich ein Hildesheims US Linebacker Jon Bandrabaur so schwer, dass er fast 20 Minuten auf dem Platz behandelt werden musste. Die Zuschauer, welche Gespür für solche Szenen haben, begleiteten diese Szene mit einem 20 minütigem rhythmischen Klatschen und einem ohrenbetäubenden Jubel als der Spieler dann mit fixiertem Bein vom Platz getragen wurde. Gute Besserung, komm schnell wieder auf die Beine. “Football is family” wollte man ihm noch zurufen.

Aufgrund dieser Dramatik schien die Luft im letzten Viertel etwas raus zu sein. Die Invaders machten nicht mehr als sie mussten und ließen die Zeit für sich spielen, während die Adler alles versuchten und ihre vierten Versuche jeweils ausspielten, aber auch regelmäßig scheiterten.

Was bleibt als Schlussfazit von diesem Spiel übrig? Die Adler Defense ist da, kann aber nicht über die kompletten 48 Minuten einen Gegner unter Kontrolle halten. Aus unserer Sicht werden zu viele Punkte liegengelassen. Zum wiederholten Male steht eine 0 in der Statistik bei erfolgreichen Besuchen der Redzone. Das soll heißen, dass sie sich bis an die 20 Yard Linie genähert haben, aber keine Punkte erzielen konnten. Das Zusammenspiel zwischen Quarterback und Receivern muss noch präziser werden, aber das wäre auch ein Wunder wenn das nach knapp 10 Tagen schon perfekt gewesen wäre.

An den Zuschauern hat es auf jeden Fall nicht gelegen, dass keine Punkte herausgesprungen sind. Vielleicht helfen sie beim nächsten Heimspiel in 14 Tagen gegen die starken Kieler wieder mit und vielleicht ist dann eine Überraschung drin. Niko Fortino und seine Mitspieler haben nun 14 Tage Zeit weiter am Zusammenspiel zu arbeiten, außerdem bahnt sich die Rückkehr unseres Top-Defensivspielers Filip Palmqvist an.

>>FACEBOOK-FREUNDE EINLADEN ZUM GFL-HEIMSPIEL AM 8. JULI 2017<<

STIMMEN ZUM SPIEL

folgen noch…

SCORING SUMMARY

Berlin Adler – Hildesheim Invaders, 24.06.2017

1st Quarter
0:7, Phillip Raschke, 43 yd Pass von Zach Cavanaugh (PAT Paul Jung)
2nd Quarter
0:14, Phillip Gamble, 4 yd Lauf (PAT Paul Jung)
0:17, Paul Jung, 37 yd FG
3rd Quarter
6:17, Sydney Plewinski, 31 yd Pass von Niko Fortino (PAT no good)
6:24, Phillip Gamble, 2 yd Lauf (PAT Paul Jung)

Text: Jan Sawicki
Foto: Stephan Dannhaus / frtp.de

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