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GFL2 Nord

EFL: Ohne Sieg, aber viel Kampf

Auch im zweiten EFL-Spiel 2017 mussten sich die Berlin Adler geschlagen geben. Mit 17:36 unterlagen wir auswärts in Prag gegen die Black Panthers. Bei bestem Footballwetter entwickelte sich drei Viertel lang ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Teams, bevor die Hausherren im Lauf des vierten Quarters eine 19-Punkte-Führung und somit letztlich den deutlichen Sieg herausspielten. Das Endergebnis täuscht allerdings hinweg, dass die Adler über lange Strecken einen starken Kampf boten und bis zum Ende nie aufgaben.

Ebenso stark die Leistung der mitgereisten Hardcore-Fans der Adler Nation Berlin. Von der gegenüberliegenden Haupttribüne aus sorgten sie permanent für Lärm und ihre Anfeuerungsrufe kamen sehr wohl an der Adler-Sideline an und hielten so auch die Moral hoch.

Insgesamt 22 verletzte Adlerspieler waren nicht die beste Ausgangslage vor dieser bedeutungslosen Partie, u.a. musste Stamm-Quarterback Paul Zimmermann ersetzt werden. Bryan Zerbe führte die Berliner auf der Spielmacher-Position an und hielt die Hauptstadtfootballer lange Zeit im Spiel.

“Es war eine solide Leistung von Bryan und ich bin auch sehr zufrieden mit dem, was er gemacht hat“, sagte Adler Head Coach über Zerbe. “Bei nur einer Woche Vorbereitungszeit als Starting QB, kann man nicht erwarten, dass er Paul 100-prozentig ersetzt.”

Zum Spielbeginn fackelten die Prager nicht lang und brachten nach knapp zwei Minuten die ersten Punkte auf’s Scoreboard. Panthers QB Jan Dundacek bediente im 3. Versuch mit einem 50+ yd Pass einen seiner Passempfänger auf dem Weg in die Endzone. Prags Kicker Marek Hrubon wurde bereits auf Instagram angekündigt als “Bester Kicker der tschechischen Liga” mit einem verwandelten 57 Yard Field Goal. Gegen uns setzte er glücklicherweise einen 58-Yard-Versuch im ersten Quarter an den rechten Goal Post. Im Gegenzug glichen die Adler ad hoc durch Sydney Plewinskis Touchdown-Catch aus:

Im zweiten Viertel gingen die Adler kurzzeitig mit 3 Punkten in Führung nach einem 42 Yard Field Goal. D araufhin übernahm Dundacek wieder das Zepter. Prags Strippenzieher dirigierte die PBP-Offense mit einem Big Play Pass auf Jakob Wolesky bis zur Redzone. Beim 3. Versuch und 3 von der 20 hielt der mobile gegnerische QB den Drive am Leben mit einem Lauf bis an die 12. Ein weiterer Pass auf Wolesky und die Panthers krallten sich erneut die Führung. 14:10. Bis zur Halbzeit ging es auf beiden Seiten munter rauf und runter.

Die zweite Spielhälfte erinnerte ein wenig an das Rebels-Hinspiel. Die Adler spielten gut mit in Halbzeit eins, dominierten streckenweise, dann brachen uns Ballverluste das Genick. Ein ähnliches Bild in Prag. Die Adler starten mit Ballbesitz ins 3. Quarter – wie wir mittlerweile alle wissen einer der wichtigsten Drives in einem Footballspiel, weil man den Ton für die zweiten 24 Minuten anstimmt. Leider starten wir nicht gut. Verlieren einen Fumble an der eigenen 44 Yard Line. Der Gegner nutzt das kurze Feld gnadenlos aus mit einem 11 Yard Touchdown Run zum 21:10. Immer noch kein Weltuntergang. Ein Two-Possession-Game, in dem alles drin war.

Es folgte der Wendepunkt im Spiel. Man sah der Adler Offense an, dass die Jungs kämpften. Alle glaubten fest daran, das Spiel zu drehen. Es ging voran wie beim Bretzelbacken. Devon Francois trug das Team fast im Alleingang über die Mittellinie mit drei aufeinanderfolgenden Läufen, bis er nach einem harten Hit auf den Oberschenkel vom Feld musste. Bryan Zerbe und Danilo Naranjo Gonzalez übernahmen das Zepter. Beim vierten Versuch von der 23 Yard-Line dann… Turnover-On-Downs.

Eric Schramm: „Im Nachhinein muss man sagen `Hätten wir das mal lieber nicht ausgespielt`. Das war die Unerfahrenheit. Wir geben da als Coaches einen Spielzug rein, der sehr viel schauspielerisches Talent erfordert und da fehlt dann die Erfahrenheit. Da ist ein bisschen was schief gegangen. Zusätzlich kam in der zweiten Hälfte auch Misskommunikation und auch wieder Pech dazu. Das alles müssen wir langsam mal abstellen.”

Der Schlussabschnitt begann erneut mit einem Negativerlebnis. Nach einem missratenen Punt-Return starteten die Adler mit dem Rücken an der eigenen Goalline und kassierten prompt einen Safety. 2 Punkte Prag, plus anschließender Ballbesitz – immer noch war nichts verloren bei 13 Punkten Unterschied. Berlins Defense hielt den Gegner gut im Schach. Tachu Hernandez ließ es bei einigen Tackles ordentlich scheppern & uns gelang eine Fumble Recovery, welche die Offense um Bryan Zerbe prompt in Punkte umwandelte:

In den restlichen 7 Minuten sorgte ausschließlich Prag für die spielentscheidenden Big Plays  – 2 Touchdowns und 1 Interception – und schaukelte so den bedeutungslosen EFL-Sieg nach Hause. In Gruppe B hatte sich um Vorfeld das französische Spitzenteam aus Thonon bereits für das EFL-Finale am 11.6. gegen die Milano Rhinos qualifiziert.

“Am Ende mussten wir Tribut zahlen, dass wir mit so wenig Leuten angereist waren”, bilanzierte Schramm.

Aus der unglücklichen Niederlage konnten jedoch einige positive Vorzeichen mitgenommen werden für die nächsten 11 GFL-Spiele. Schramm weiter: “Das heutige Running-Back-Komitee hatte mich überzeugt. Devon Francois hatte seine Arbeit geleistet, Yannic Langfried hatte viel Spielzeit als Full Back bekommen und da sprichwörtlich seinen Schädel hingehalten – das hatte ordentlich gewumst. Alexis Schramm hatte seine Zeit gehabt und Enoch “Easy” Appiagyei hatte als unser einziger Quereinsteiger auch Erfahrung sammeln können.”

“In der Defense konnte “Jobi” [LB Joseph Wolfenden-Brown] wieder von seiner Verletzung zurückkommen. In der Mitte hatten wir LB Steve Wehnert ausprobiert, der kam auch einigermaßen gut rein, aber da fehlt es auch einfach noch an Erfahrung auf dem höheren Level. Da kommt er aber auch hin. In der D-Line machte Timothy Reynolds einen guten Job. Der wird von Spiel zu Spiel besser und kommt hier in der Liga auf jeden Fall gut an. Bei den Defensive Backs hatten wir Tobias Becher bei den Cornerbacks mit auf dem Feld stehen. Ein sehr unerfahrener Spieler, der beinah einen Pick [Interception] hatte, sich aber leider nicht selber belohnen konnte. Sehr viele umkämpfte Bälle liefen über seine Seite, weil die Prager dachten, dass sie über ihn gehen können. Ich glaube in seiner Richtung gab es keine Completion.”

“Wir haben zum Ende hin nachgelassen, weil wir sehr sehr dünn besetzt waren. Zum Glück hat sich in diesem Spiel keiner verletzt. Unser Hauptziel war, vielen Leuten Spielzeit zu geben, die sonst wenig Einsatzzeit bekommen. Am Ende waren ein paar unerfahrene Leute auf dem Platz, die auch Fehler machen können. Sagen wir so, das war heute gutes Lehrmaterial.”

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Nach Spielende richtete Running Back Devon Francois tiefe Worte ans Team: „Das Wichtigste ist, dass wir immer noch an uns glauben. Prag war kein besseres Team als wir. Uns fehlten 22 Leute. Das darf aber keine Ausrede sein. Wir müssen uns als Team vorbereiten. Wir verlieren diese Spiele unter der Woche, nicht am Wochenende. Vorbereitung ist alles. Ausreichend Leute müssen beim Training auftauchen! Mit diesem Team ist vieles möglich. Aber wir müssen wieder zusammen finden und das Ganze hier ernst nehmen. Jeder ist verantwortlich!”

In einer kurzen Woche müssen sich die Adler nun auf das Auswärtsspiel bei den Dresden Monarchs am kommenden Samstag vorbereiten. Dresden gewann am vergangenen Samstag 37:9 gegen Hildesheim und steht mit zwei Siegen aus zwei Spielen aktuell punktgleich mit Braunschweig, Kiel und den Rebels an der Spitze der GFL Nord.

 

SCORING SUMMARY
Prague Black Panthers – Berlin Adler, 21.06.2017

1st Quarter
7:0, 50+ yd Pass von Jan Dundacek, (PAT Marek Hrubon)
7:7, Sydney Plewinski, 22 yd Pass von Bryan Zerbe, (PAT Manuel Lewerenz)
2nd Quarter
7:10, Manuel Lewerenz, 42 yd FG
14:10, Jakub Wolesky, 12 yd Pass von Jan Dundacek, (PAT Marek Hrubon)
3rd Quarter
21:10, Petr Placek, 11 yd Lauf (PAT Marek Hrubon)
4th Quarter
23:10, Safety
23:17, Danilo Naranjo Gonzalez, 22 yd Pass von Bryan Zerbe, (PAT Manuel Lewerenz)
29:17, Jan Dundacek, 2 yd Lauf (TPC no good)
36:17, Pavel Klems, nach Pass von Jan Dundacek (PAT Marek Hrubon)

Foto: Björn Hesse

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