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Wie ein begossener Pudel

Das erste Berlin-Derby 2017 war eine Geschichte zweier Spielhälften. Nach zwei Quartern führten die Adler mit 13:6, doch in den letzten beiden Quartern prasselte der Regen auf unsere Spieler ein und 41 Rebels-Punkte am Stück:

Am Samstag ging es für die Adler einmal quer durch die Stadt nach Charlottenburg zum Rivalen, den Berlin Rebels. Bei kühlen Temperaturen und vor 2733 Zuschauern brauchte die Partie etwas, um in Gang zu kommen. Nach einem höhepunktarmen und von beiden Defense Reihen dominierten Spiel, gingen die Rebels erst knapp 90 Sekunden vor Ende des Quarters durch Kicker Phillip Andersen’s 31 Yard Field Goal in Führung.

Der nächste Drive der Adler hatte es dann in sich. In den letzten Sekunden des Startviertels gelang es Quarterback Paul Zimmermann die Adler tief in die Hälfte der Rebels zu führen, u.a. mit einem schönen Pass auf seinen Bruder Max. Bestandteil dieses Drives war auch ein ausgespielter vierter Versuch und 5, welcher mit einem Pass erfolgreich beendet wurde. Der Drive mündete in einem TD-Lauf von RB Devon Francois, welcher sich in die Endzone hievte. Leider mißglückte beim anschließenden Extrapunktversuch den Snap zwischen Snapper und Holder.

In der Folge darauf schienen die Rebels etwas überrascht. Die Adler hatten die zwei Star Running Backs der Rebels erstaunlich gut unter Kontrolle. Weder Neuzugang Chris Smith, noch Larry McCoy konnten in der ersten Hälfte irgendwelche Akzente setzen und sich gegen die gute Lauf Verteidigung der Adler durchsetzen. Im Gegenteil, die Adler nahmen nun sogar das Ruder selbst in die Hand und marschierten 5 Minuten vor der Halbzeitpause über das Feld. Der Drive mündete in einem 12 Yard TD Pass von Paul Zimmermann, unerreichbar für sämtliche DBs, direkt in die Hände seines Bruders Max. Extrapunkt auch gut, neuer Spielstand Rebels 3 Adler 13.

Durch einen schönen Kickoff-Return kamen die Rebels noch einmal in Field Goal Reichweite – weiter aber nicht, da die Defense der Adler weiter gut stand. Das sicher verwandelte 28 Yard Field Goal von Phillip Andersen, der 2014 mit den Adlern die Euro Bowl gewann, sorgte für den Halbzeitstand von 6:13.

Die zweite Hälfte fing mit einem negativen Paukenschlag für die Adler an. Gleich der erste Spielzug sollte ein Lauf durch die Mitte werden, der Ball wurde aber gefumbelt und die 20 Yards zurück in die Adler Endzone getragen. Ausgleich.

Wie ausgewechselt agierten nun die Rebels. Die Ansprache in der Halbzeit muss also gesessen haben. Mitte des dritten Quarters gelang den Hausherren ein Drive, in dem fast alles gelang. Selbst ein vierter Versuch, welcher mittels Chain Gang für gut befunden wurde. Auch die RBs, allen voran der holländische Neuzugang Chris Smith, wachten auf. Dieser erzielte dann auch folgerichtig mit einem 18 Yard TD Lauf, bei dem er wie ein Flummi durch die Adler Defense hüpfte, die inzwischen verdiente 20:13-Führung.

Jetzt könnte man meinen, alles hätte sich gegen die Adler verschworen. Der anschließende Drive war rasch beendet, durch einen Fumble unserer Nummer 7 Devon Francois. Der anschließende Drive wurde dann auch noch mit der Reception des Tages beendet. QB James Harris warf einen 55 Yard TD Pass auf seinen WR Nicolai Schumann. Neuer Spielstand 27:13.

Als ob das nicht genug wäre, schlug nun auch das Verletzungspech zu. Nach einem erfolgreichen Pass von Paul Zimmermann auf seinen Bruder Max, wurde dieser hart erwischt, konnte aber zum Glück aufstehen und selbständig vom Feld laufen. Kurze Zeit später musste auch RB Devon Francois verletzt runter. Durch diese Nachrichten sichtlich geschockt, gelangt beim nächsten Puntversuch der Snap nicht richtig, und so kann der Punter nur das schlimmste verhindern und den Ball in der eigenen Hälfte covern.

Allerdings war das Unheil nur aufgeschoben. Gleich der erste Versuch im vierten Viertel brachte einen 32 Yard TD Lauf  durch den zweiten Star RB der Rebels, Larry McCoy zum 34:13.

Im nächsten Ballbesitz der Adler ist “Stehaufmännchen” Max wieder auf dem Feld, kassierte beim Fangversuch leider erneut einen harten Hit und benötigte ärztliche Versorgung. Wir hoffen auf gute Besserung für unseren No.1 Receiver.

Die schlechten Nachrichten und missglückten Spielversuche rissen nicht ab. Neun Minuten vor Ende gelang Rebels DB Phil Rufin eine Interception samt 25 Yard Return, “Pick 6” im Fachjargon. Der PAT ging diesmal daneben, darum „nur“ 40:13.

Die gute Nachricht, es ist bald Schluss, die schlechte, es sind noch 8:40 auf der Uhr, in welchen die Adler Schadensbegrenzung betreiben müssen.

Knapp zwei Minuten später schlug es aber wieder ein, durch einen “Strahl” von James Harris auf seinen Go-To-Receiver Nicolai Schumann bauten die Rebels ihre Führung weiter aus auf 47:13.

Die restlichen sechs Minuten blieben aus Adler Sicht glücklicherweise punktlos, trotz eines weiteren Fumbles und eines weiteren völlig missglückten Punts.

Der Genickbruch für die Adler war der schnelle Fumble-Return-TD direkt nach der Pause, dies schien das junge Team völlig aus dem Konzept zu bringen und die Rebels gewannen die Oberhand. Den Adlern gelang so gut wie nichts mehr, drei Turnover und zwei verpatzte Punt-Versuche sprechen da eine deutliche Sprache. Dazu die Verletzungen zweier Schlüsselspieler. Das alles war nicht zu kompensieren und so konnten die Rebels einen letztlich doch ungefährdeten Sieg einfahren.

Für die Adler heißt es nun Wunde lecken und die herbe Niederlage abschütteln. Nächsten Samstag geht es schon weiter im Poststadion. Das EFL-Heimspiel gegen die “Les Black Panthers de Thonon les Bains” aus Frankreich steht auf dem Programm.

>FACEBOOK-FREUNDE EINLADEN ZUM EFL-HEIMSPIEL AM 6. MAI 2017<<

Text: Jan Sawicki
Foto: © LOTHAR KÖTHE PHOTOGRAPHY / http://www.lothar.photo

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