Connect with us

GFL2 Nord

Adler-Verhör: Burton De Koning

Vor rund drei Wochen konnten wir die Verpflichtung von Burton De Koning bekannt geben, der für uns in #zwanzig17 als Linebacker auf dem Feld stehen wird. Im Rahmen des Transfers konnten wir mit Burton ein Gespräch über seine vergangenen Jahre führen und außerdem gibt er einen kleinen Ausblick, wie er den Adlern in der neuen Saison weiterhelfen möchte.

Berlin Adler: Hallo Burton, schön dich im Team für 2017 begrüßen zu dürfen. Fangen wir doch ganz von vorne an – wie bist du in Kontakt mit den Adlern gekommen und was war für dich das überzeugenste Argument, um diese Saison für uns in der GFL zu spielen?

Burton De Koning: Hallo an alle Fans! Ich bin sehr glücklich, ein Teil der Berlin Adler Familie zu sein und kann es gar nicht erwarten, bis die Saison anfängt. Der Kontakt zu den Adlern wurde nicht direkt hergestellt, wie sich das die meisten Leute wohl denken. Ich habe einen Teamkameraden aus dem College gehabt, der im letzten Jahr für die Milano Rhinos in Italien gespielt hat. Er sagte, dass der Aufenthalt in Europa eine überwältigende Erfahrung für ihn war und zusammen mit seinem Team gewann er schlussendlich sogar den Italian Bowl und das unter unserem alten College-Coach Chris Ault (Nevada). Durch ihn bin ich auf die Plattform Europlayers gestoßen, wo ich mir mein Profil einrichtete und dann auch verschiedene Teams angeschrieben habe, ob sie Verstärkung für die neue Saison bräuchten. Nach einem Monat bekam ich einige Angebote, allerdings haben mir die Teams nicht zugesagt und dann hat sich Coach Eric Schramm gemeldet. Nach Vertragsgesprächen mit ihm und Nachforschung über die GFL, habe ich mich schlussendlich dazu entschieden, aufgrund der Tradition der Adler nach Berlin zu wechseln.

Burton De Koning-Ottawa RedBlacks-31july2016. Photo: Scott Grant

Im College hast du für Nevada und Cal Poly gespielt. Wenn du noch einmal auf deine Zeit am College zurückblickst, bist du zufriedem mit dem, was du erreicht hast und würdest du Dinge ändern, so wie sie abgelaufen sind?

Mein Weg am College war kein einfacher und viele Leute hätten die Uni wohl einfach hingeschmissen, allerdings war ich schon immer jemand, der sehr hart arbeitet, um seine Ziele zu erreichen. Die meisten Studenten verpflichten sich für eine Schule und bleiben dort, bis sie entweder das Studium abgeschlossen haben oder aber in die NFL gehen, bei mir war das allerdings nicht so. Meine ersten drei Jahre am College habe ich an der Universität von Nevada gespielt, wovon vor allem die ersten beiden Saisons sehr vielversprechen für mich waren. Nach dem zweiten Jahr ist unser damaliger Headcoach Chris Ault (Erfinder der Pistol-Offense) von der Schule gegangen und wurde durch Brian Polian ersetzt, unter dem ich die Saison 2013 noch als Starter angefangen hatte. In dieser Zeit spielte ich wohl meinen besten Football und konnte gegen Universitäten wie die von Florida State meine besten Plays der Saison zeigen, nichtsdestotrotz hatte der Headcoach wohl andere Pläne, sodass ich nur noch als Backup auf dem Roster stand und die meiste Einsatzzeit in den Special Teams bekam. In dem Abschlussmeeting mit Brian Polian übermittelte er mir, dass ich nie mehr Linebacker für ihn spielen werde und somit entschloss ich mich, die Schule zu wechseln.

Bei Cal Poly (California Polytechnic State University) stand ich direkt im ersten Jahr in einem Kampf um die Position des Strong-Side Linebackers, den ich auch gewinnen konnte. Obwohl ich mich beweisen konnte, änderte unser Coach die Defense von einer 4-3 auf eine 3-4, allerdings hatten wir keinen richtigen Defensive End, der zuvor Linebacker gespielt hatte. Also war ich derjenige, der als Stand-Up End die meiste Zeit an der Linie stand und dort meine Senior-Season spielen durfte. Trotz des Positionswechsels wurde ich zum Team-Kapitän ernannt und erntete jegliche Awards in meiner Conference. Im Nachhinein würde ich nichts ändern, da ich glaube, dass ich auf diesem Weg sehr viel gelernt habe und es mich zu dem Spieler gemacht hat, der ich heute sein kann.

Im Jahr 2016 hast du einen Vertrag bei den Ottawa Redblacks unterschrieben, die in der CFL (Canadian Football League) spielen. Hast du deine Zeit außerhalb von Amerika genossen und was sind die größten Unterschiede zwischen Kanada und Amerika?

Wie du schon sagtest, habe ich letzte Saison einen Free-Agent Vertrag in Ottawa unterschrieben und auch wenn es eine sehr verrückte Erfahrung dort wart, bin ich froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Trotz der Unterschrift bedeutet das natürlich nicht direkt, dass du es auch in das Team schaffst. Im Juni 2016 konnte ich den Owner überzeugen, dass er mich behalten möchte und war in vier Spielen der CFL auf dem Platz, in denen ich drei Tackles in den Special Teams verbucht habe. Nach Woche 15 wurde ich leider ohne Vorwarnung entlassen, trotzdem war es eine super Zeit in Ottawa, die ich nicht vergessen werde. CFL Football ist generell anders, da es nur drei anstatt vier Downs gibt, um ein neues First Down zu erreichen. Das Feld ist 10 Yards länger und auch breiter.

Ist Deutschland die erste Station in Europa, die du besuchst oder warst du schon einmal in Europa zu Besuch?

Deutschland ist in der Tat mein erster Ausflug innerhalb Europas und ich freue mich, viele weitere Städte kennenzulernen.

Du wirst bald in Deutschland ankommen und bei einem Verein mit einer der längsten Traditionen in Football-Deutschland spielen. Auf was freust du dich am meisten, wenn du in Deutschlands Hauptstadt Football spielen kannst?

Ich will definitiv viele neue Leute kennenlernen und die Stadt erkunden mit der Geschichte, die sie hat. In Berlin werde ich sehr hart arbeiten, um den Stolz der Adler-Tradition zu wahren.

Hast du bestimmte Ziele, die du mit den Adlern erreichen willst und was glaubst du, kannst du dem Team mitbringen, was alle um dich herum besser macht?

Meine Ziele in Berlin sind eigentlich sehr simpel gestrickt. Ich will der beste Defensiv-Spieler in Europa sein und die Akteure um mich herum besser machen. Ich denke, dass ich das Spiel sehr gut kenne und somit Spielern und Trainern helfen kann. Außerdem soll jeder Spieler in der GFL und in der EFL wissen, dass ich nicht zum Spaß in Deutschland bin sondern für Business.

Dein Name klingt sehr niederländisch für die meisten Leute hier. Hast du Verwandte aus der Niederlande oder wie kommt es zu dem Namen?

Mein Name ist tatsächlich niederländisch und bedeutet übersetzt ‘Der König’. Allerdings habe ich keine Verwandten dort, obwohl meine Vorgänger größtenteils aus Deutschland, Niederlande oder Italien stammen.

Einige Spieler der GFL haben letztlich die Chance bekommen, um bei NFL-Teams im Training vorzuspielen. Möchtest du auch einer dieser Personen sein?

Definitiv. Ich komme nach Berlin, um sehr viel gutes Filmmaterial zu sammeln, welches ich dann NFL- und CFL-Scouts schicken kann. Ich habe den Großteil meines Lebens mit Sport verbracht und möchte der Welt beweisen, dass ich habe, was es braucht, um auf einem NFL-Level zu spielen.

Nur noch wenige Wochen verbleiben, bis Burton in Berlin landet und sich mit dem Team auf die Saison #zwanzig17 vorbereitet. Go Adler!

Weitere #zwanzig17 News:
26.01.17 – Unser Quarterback bleibt Deutsch
12.01.17 – Neuer US-Import für die Adler
08.01.17 – Kevin Kus ist weiterhin ein Adler
27.12.16 – Defensive Backfield mit Zuwachs
16.12.16 – Erster US-Import für die Adler
14.12.16 – Interview mit Filip Palmqvist
12.12.16 – Ein schwerer Schwede verstärkt die Adler
09.12.16 – Vom Trainer zum Spieler: Florian Pawlik
23.11.16 – Neuer Offensive Coordinator Alessio Colonna

More in GFL2 Nord