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Adler landen in London

Das diesjährige NFL-Spiel in London hätte eigentlich das große Björn-Werner-Europa-Homecoming werden sollen. Leider läuft der beste Berlin-Adler-Export nun nicht wie gehofft im Trikot der Indianapolis Colts oder Jacksonville Jaguars auf. Das hielt unsere kleine 5-köpfige Berlin Adler Reisegruppe nicht davon ab, nach London zu fliegen.

Iris und Ralf Seewald reisten zeitgleich mit Björn Hesse am Donnerstag an. Am Freitag folgte Lothar Köthe. Rechtzeitig zum Sonntag ist Erik Seewald da. Und auch Björn Werner wird im Wembley Stadion anwesend sein – neben Frank Buschmann und Patrick Esume als Co-Kommentator auf ProSiebenMaxx.

Auf football-aktuell.de hat Lothar bereits zwei Foto-Galerien zur Colts Pressekonferenz und dem Fan Day auf der Regent Street veröffentlicht. Viele bekannte Gesichter sind dabei: Andrew Luck, Roger Goodell, Robert Mathis, Pat McAfee, Chuck Pagano, von den Jaguars QB Blake Bortles & WR Allen Hurns.

Ebenso auf football-aktuell.de ist ein Björn-Hesse-Artikel veröffentlicht zum Fan Event auf der Regent Street mit dem Bill-Murray-Film-inspirierten Titel “Und jährlich grüßt das Murmeltier”:

In London ist der Samstag vor dem Wembley-Gameday genau so groß und wichtig, wie das eigentliche Spiel am Sonntag. Eine halbe Million Menschen konnte nicht einmal das britische Wetter abschrecken. Shoppingwütige, Touristen und Football Fans strömten in die zentral gelegene Regent Street, um sich am Samstagnachmittag bereits auf Colts gegen Jaguars einzustimmen.

Nicht einmal der NFL Commissioner ließ es sich nehmen, höchstpersönlich auf dem Fan Forum im Zentrum Londons vorbeizuschauen.

„Ich glaube nicht, dass wir so etwas wie hier an einem regulären Samstag in den USA veranstalten könnten. Das ist ein wirklicher Beweis für den Enthusiasmus der Fans für unser Spiel – vor allem wenn das Wetter nicht so gut ist wie heute“, sagte Roger Goodell.

Bereits zum 15. mal seit 2007 gastiert diesen Sonntag die NFL mit seiner „International Series“ im neuen Wembley Stadion. Zum vierten Mal sind die Jacksonville Jaguars dabei. Teambesitzer Shahid Khan vereinbarte, dass die Jaguars jährlich bis 2020 in London spielen.

Die Stimmen verstummen nicht, dass die Jacksonville Jaguars irgendwann in den nächsten 5 Jahren teilweise oder komplett nach London umziehen werden.

„Ich glaube schon“, verkündete Goodell beim UK Fan Forum auf die Frage, ob es jemals eine UK Franchise in der NFL geben wird. Und jährlich grüßt das Murmeltier.

Ähnlich wie beim legendären Bill-Murray-Film von 1993 schaut ganz Football-Europa jedes Jahr im Oktober gebannt nach England in der Hoffnung eine Antwort auf die Frage zu bekommen, ob es nun endlich einer Londoner bzw. europäischen NFL Franchise geben wird. Zumindest ich stelle mir jedes Jahr die Frage, wann es denn nun so weit ist.

Doch immer noch offene Punkte bezüglich Logistik, Reisestrapazen und Kosten einer transatlantischen 16-Spiele-Saison und nicht nur 3 Gastspielen im Vereinigten Königreich zögern eine Entscheidung der NFL Jahr um Jahr hinaus.

Inwieweit beeinflusst zum Beispiel der Jet Lag und Zeitunterschied die Spieler? „Ich denke nicht, dass es eine große Sache spielt. Das Ganze wird ganz schön übertrieben“, konstatierte Colts DE Kendall Langford am Freitag nach dem Training. „Wir Spieler haben unseren geregelten Tagesablauf und daran ändert sich auch hier drüben nichts“.

Left Tackle Anthony Castonzo sah das nach der Landung am frühen Freitagmorgen noch etwas anders. „Vor 3 Stunden fühlte ich mich noch wie tot. Aber mit dem Training kam das Blut in Wallung und mittlerweile fühle ich mich richtig gut.“

Spricht man mit den Spielern, sind diese positiv angetan von dem Trip nach Europa. Nicht nur die Indianapolis Akteure, welche erstmals in der Vereinsgeschichte außerhalb der USA antreten.

Jaguars Defensive End Dante Fowler Jr. verkündete offen bei einer Autogrammstunde: „Ich würde am liebsten mal in Deutschland spielen.“ Das ist natürlich beste Werbung für ein NFL-Spiel hierzulande.

Das Drumherum steht mittlerweile. Mit #ranNFL am Sonntagabend auf ProSiebenMaxx und Sat.1, sowie den Donnerstag-, Sonntag- und Montagnachtspielen auf DAZN und teilweise Twitter, stimmt die mediale Infrastruktur auch in „Good old Germany“.

Ausreichend Football- und NFL-Fans gibt es ohnehin in Deutschland. Die World League of American Football und später NFL Europe hatten von 1991 bis 2007 genügend Aufbauarbeit geleistet. Selbst einige Frankfurt Galaxy Fans von damals trafen wir auf der Regent Street.

Einer, der sich auf seine Rückkehr nach Europa freute, war Colts Kicker Adam Vinatieri. 1996 verdiente er sich seine Sporen bei den Amsterdam Admirals, bevor ihn Bill Parcells zu den New England Patriots holte. „Es fühlt sich großartig an, wieder hier zu sein. Es ist schon eine Weile her, dass ich hier gespielt habe, aber es ist toll. Der europäische Flair und auch die Begeisterung für Football sind riesig.“

Doch reicht die NFL-Begeisterung diesseits des Atlantiks auch aus, um 8 Football-Heimspiele im „alten Europa“ auszuverkaufen? Die Antwort weiß wohl nur Murmeltier Phil, aus dem verschlafenen Punxsutawney, Pennsylvania.

Fotos: Lothar Köthe / www.lotharkoethephotography.de

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