Connect with us

GFL2 Nord

„Oh wie ist das schön…“

Die Berlin Adler feierten ihren zweiten Saisonsieg im vorletzten Spiel 2015. Mit 16:10 setzten sich die Hauptstadtfootballer gegen die Hamburg Huskies durch.

Adler Head Coach Eric Schramm zeigte sich bei seiner Rückkehr zum Team überaus erfreut: „Wir haben endlich mal die kleinen Sachen richtig gemacht, was wir oft in dieser Saison hatten missen lassen. Man sieht den Fortschritt, dass wir uns vorgenommen hatten, zum Ende der Saison immer besser zu werden.“

Viele Verletzte beim zweiten Saisonsieg

Dieser Sieg war für die Adler unter den aktuellen Voraussetzungen nicht unbedingt zu erwarten, umso schöner fällt er aus. Auch wenn das Spiel nicht das ansehnlichste und hochklassigste war. A Win is a Win. Und in der GFL werden einem keine Siege geschenkt. Dieser zweiter Saisonerfolg war zudem durch viele Verletzte teuer erkauft.

Beim ersten Adler Touchdown, einem 75 Yard Big Play von Nicolai Schumann, der nach Pass von Lemar Johnson ab der Mittellinie mehrere Verteidiger einfach abschüttelte, trat der Wide Receiver kurz vor der Endzone auf dem unebenen Acker so unglücklich auf, dass er nach dem erfolgreichen Spielzug vom Feld humpeln musste und den Rest des Tages an der Sideline an Krücken gebunden war. Doppeltes Pech für Berlin, denn damit war gleichzeitig auch der etatmäßige Kicker außer Gefecht gesetzt, was die anschließende Two Point Conversion auf Yuki Ikei begründete.

Das Wetter spielte an diesem herrlichen Spätsommertag zwar auch mit, aber dass die Partie im Hammer Park nicht die Schönste werden würde, zeichnete sich bereits im Vorfeld ab. Beide Teams hatten mit vielen Verletzungen zu kämpfen.

Aufgrund der dünnen Personaldecke spielten auf Seiten der Adler DB Stefan Melde, LB Jose Schmitt und LB Richy Habig phasenweise dreifach in Defense, Offense und Special Teams.

Permanent gab es Schiedsrichter-Time-Outs wegen liegengebliebenen Spielern: LB Richy Habig, LB Giancarlo Boone und DB Michael Löffler waren nur einige der Namen.

Quarterback Johnson mit Turf Toe

Auf Berliner Seite war fraglich, ob Quarterback Lemar Johnson nach vier Wochen Pause wieder ins Spielgeschehen eingreifen kann. Der Adler Spielmacher hadert zur Zeit mit einer „Turf Toe“ Verletzung. Johnson: „Es war schon schmerzhaft während des Spiels. Ich konnte mich nicht so bewegen wie eigentlich. Zum Glück spürte ich die Verletzung im dritten und vierten Quarter nicht mehr so sehr.“

Die fehlende Spitzigkeit sah man Johnson an, der sich sonst immer aus den brenzlichsten Situationen befreien kann. Gegen die Huskies kassierte Johnson zwei Sacks.

Auf Hamburger Seite musste mehr schlecht als recht Safety Curtis Slater in der Offense als Spielmacher auflaufen, weil alle anderen QBs derzeit verletzt oder durch einen Passfehler nicht einsatzfähig sind.

„Wir haben ein relativ niveauloses Spiel von beiden Seiten gesehen. Die Adler haben das gemacht was sie konnten, um zu gewinnen”, sagte Huskies Head Coach André Schleemann. “Ich hatte die ganze Woche meinen Jungs gesagt, aufgrund unserer Quarterback Situation, und wenn Johnson spielt, wird das eine ganz enge Kiste. Ist es ja auch geworden.”

Beide Teams suchten ihr Heil im Laufspiel. Und die Defenses trumpften auf. Adler Safety Sebastian Karl (Foto) fing seine dritte Interception in dieser Saison. Ein weiterer abgefangener Ball durch Steve Seehawer wurde durch eine Flagge gegen die Berliner Defense für nichtig erklärt.

Zu Beginn der Partie endeten die ersten fünf Drives allesamt mit three-and-out. Erst beim dritten Ballbesitz marschierten die Gastgeber von der eigenen 32 Yard- zur gegnerischen 25 Yard Line. Aus 44 Yard Entfernung verwandelte Nassim Amroun zu Beginn des zweiten Viertels ein Field Goal zur 3:0 Führung.

Erstmalige Halbzeitführung der Adler

Ganz neue Gefühle für die Adler nach dem anschließenden Schumann-Touchdown: Erstmalig gingen die Schwarzgelben mit einer Führung in die Halbzeitpause. So lautete dann auch die Devise der Coaches zur zweiten Hälfte „Do your job and have fun!“

„Die Einstellung der Jungs ist die Richtige“, urteilte Sportdirektor Johnny Schmuck. „Wir haben nicht viele Jungs, aber die die da sind, geben Vollgas und spielen da, wo sie benötigt werden. Das ist ein großes Ding und da macht es auch wieder Spaß.“

Die zweite Hälfte begann direkt mit einem Adler Passfeuerwerk auf WR Yuki Ikei. Der Japaner fing im Drive 3 Pässe von Johnson, den letzten zum 12 Yard Touchdown. Durch die erfolgreiche Two-Point-Conversion, diesmal auf Sebastian Krech, lagen die Adler auf einmal 16:3 in Front.

Spannende Schlussphase

Der Drops war schon fast gelutscht, da machten es die Schlittenhunde in der Schlussphase noch einmal spannend. Mit weniger als 2 Minuten zu spielen verkürzten die Huskies mit einem 7 Yard Touchdown Pass auf Marvin Amankwah auf 10:16. Urplötzlich wurde es noch einmal hektisch. Ein Onside Kick Versuch der Hanseaten blieb erfolglos.

Auch wenn sämtliche Touchdowns per Passspiel entstanden, so waren die Running Backs die „Workhorses“ beider Offenses. Clemens Niepagen bekam mehr Läufe als sonst üblich. Ein ähnliches Bild bei den Hamburgern. Running Back Marvin Stüdemann und auch Quarterback Slater versuchten mehrfach zu Fuß ihr Glück.

Mit dem Sieg verbesserten sich die Adler auf eine 2-9 Bilanz und übergaben damit die Rote Laterne in der GFL Nord an die Düsseldorf Panther (1-11). Der Aufsteiger aus Hamburg (6-5) durfte sich dennoch über den ersten Playoff-Einzug freuen, nachdem die Kiel Baltic Hurricanes (8-3) die Berlin Rebels (4-7) mit 27:17 besiegten. Für die Adler folgt am 5. September der Saisonabschluß beim Auswärtsspiel in Braunschweig (10-1).

SCOREBOARD
2nd Quarter
3:0 N. Amroun, 44 yd Field Goal
3:8 N.Schumann, 75 yd Pass von L.Johnson, TPC L.Johnson auf Y.Ikei
3rd Quarter
3:16 Y.Ikei, 12 yd Pass von L.Johnson, TPC L.Johnson auf S.Krech
4th Quarter
10:16 M.Amankwah, 7 yd Pass von C.Slater, PAT N.Amroun

Foto: Michael Zelter

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

More in GFL2 Nord