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Artikel vom: 13. Juli 2010 - Author: Thomas Sellmann

Hitzeschlacht am Sonntagvormittag

Ausführlicher Spielbericht vom internationalen Vergleich zwischen dem Prep-Team der Adler und der Jugendmannschaft von Swarco Raiders Tirol, den die Gäste hoch verdient mit 26:13 für sich entscheiden konnten …

Dass es nicht leicht werden würde, war allen Anwesenden von vornherein klar – dass der amtierende Berlin/Brandenburger Schülermeister eine Halbzeit lang „kein Bein an die Erde bekommen sollte“, ahnten nur sehr wenige. Bewundernswert um so mehr, wie sich unser Prep-Team bei diesen extremen Witterungsbedingungen dann in das Spiel kämpfte. Mit einem Hauch mehr Schlitzohrigkeit im richtigen Moment hätte das Spiel vielleicht sogar gedreht werden können. OC Eric Schramm fand direkt nach dem Spiel nur anerkennende Worte für die Leistung seiner Schützlinge: „Hochachtung vor dem, was unsere Mannschaft heute geleistet hat. Sie hat nie aufgegeben und den überlegenen Gästen alles abverlangt. Am Ende waren die genauso platt wie wir.“  

 

Für das Prep-Team war an diesem Sonntag vieles neu. Zwar hatten alle fleißig trainiert, aber der Ferienbeginn beschränkte die Möglichkeiten gerade im Angriff doch enorm. Das sonst gewohnte, erfolgreiche Laufspiel mit „eingestreuten Big Plays“ konnte deshalb nicht aufgezogen werden und man spielte selbst erstmals gegen einen erstklassigen Laufangriff. Auch ging unser QB gesundheitlich angeschlagen in das Match und ließ deshalb die von ihm gewohnte Präzision oftmals vermissen. Zudem kam die Umstellung auf den 11-Spieler-Modus, die Vorbereitungszeit dafür war dann doch etwas kurz.

 

Das Spiel begann mit einem langen Drive der Gäste und endete mit einem 8-Yard-Lauf in die Endzone der Hausherren. Dazwischen lagen gut 80 Yards, welche die in weiß gekleideten Raiders mittels Laufspiel souverän überwanden. Gerade die Läufe des kleinen, wendigen RB Andreas Bertsch stellten die Defense der Adler während des gesamten Spiels vor immer neue Herausforderungen. Die Tiroler hatten aber noch eine zweite „Waffe“ mitgebracht und das war Nico Mathoi. Wenn dieser den Ball bekam, klebten zwar immer Verteidiger an ihm, konnten den großen und schweren RB aber nur mit größter Mühe zu Boden bringen. In zwei Fällen leider zu spät: Der erste bedeutete die Führung der Gäste, die diese bis zum Ende nicht mehr abgaben und der zweite war der Schlusspunkt.

 

  

 

 

Die erste Serie der Adler war nach drei Zügen wieder zu Ende. Der einzige QB-Sack und zwei unvollständige Pässe brachten die Offense ganz schnell wieder an die Sideline, aber nur für kurze Zeit. Der Punt von Vincent Beaujean ging bis an die gegnerische 2-Yard-Markierung und der oben erwähnte Nico Mathoi schickte sich an, wieder „alles nieder zu rennen“. Bei seinem zweiten Versuch konnte er aber den Ball nicht festhalten und Jermaine Jamaleldine sicherte diesen für die Gastgeber. Leider vergrößerte ein Holding die Entfernung bis zur gegnerischen Endzone und so kam es zum ersten spannenden Moment: Ein Fieldgoalversuch stand an. Eigentlich nichts Besonderes, unsere B-Jugendspieler kennen diesen aber nur ohne gegnerische Einwirkung. Die in dieser Saison eingeführte „Rusher“-Lösung kann man nicht wirklich ernst nehmen, da die Distanz zum Kicking Team einfach zu groß ist. Das Fieldgoal gelang nicht. Auch der sonst souveräne Kicker Teo Kamstra musste sich auf die neuen Begebenheiten einstellen und verzog aus 33 Yards knapp nach rechts.

 

Der nachfolgende Angriff der Gäste endete mit einem unvollständigen Pass kurz vor der Redzone der Adler. Im Gegensatz zum Laufspiel (258 Yards) konnte die Ballbewegung durch die Luft nicht überzeugen. 27 Yards und drei Interceptions standen zum Schluss in der Statistik. Auch die Adler gaben drei Mal den Ball auf diese Weise ab und kamen aber auf immerhin 182 Yards. Die Statistik ist wie immer im Menü Statistiken -> Prep zu finden.

 

Mit Berliner Ballbesitz endete das erste Viertel, die Adler mussten kurz darauf aus dem Mittelfeld punten. Die Gäste wiederholten quasi ihren ersten Drive und liefen, diesmal mit der RB-Kombination Andreas Bertsch/Jakob Popp über das Feld. Die Punkte machte aber WR Elias Erbschwendtner, der einen 16-Yard-Pass von QB Adrian Platzgummer in der Endzone der Hausherren fing. Für die PAT auf Seiten der Tiroler war Simon Unterrainer zuständig. Die ersten beiden verwandelte er sicher, anschließend wurden seine Kicks vom Special Team der Adler geblockt.

 

Das Heimpunktekonto sollte weiter leer bleiben. Die erste Interception des Adler-QB Nils Samjeske blieb noch folgenlos, die darauf folgende nicht. LB Fabian Seeber trug den Ball 25 Yards zurück und die Gäste gingen mit einem 20:0 Vorsprung in die Pause.

 

Die zweite Halbzeit ließ nichts Gutes erwarten, zu groß schien der Unterschied im Spielvermögen beider Teams zu sein. Es gab nur noch eine Möglichkeit und die Coaches motivierten die Spieler noch mal dahingehend: Über den Kampf in das Spiel. Das setzte aber den unbedingten Willen jedes einzelnen Spielers voraus und die kamen hoch motiviert auf den Platz zurück. Der erste Drive erinnerte zwar noch stark an das Spiel vor der Pause, aber dann gab es den berühmten Moment - der Augenblick, wo sich die ganze Sache drehen konnte: 4. und 5 an der Adler 40, der Punt wird geblockt. Der Gegner erhält den Ball in unserer Redzone und muss diesen nach einer Interception sofort wieder abgeben. Das brachte unser Prep-Team zwar nicht sofort auf die Anzeigetafel, machte es aber unglaublich stark. Scheinbar mühelos steckte es auch den nächsten Ballverlust an der eigenen 24-Yard-Line weg. Beide Teams nahmen den Charakter des Testspiels wörtlich und spielten vierte Versuche in Situationen und Feldpositionen, die so wohl in keinem Punktspiel gecallt werden. Das machte das Spiel spannender und abwechslungsreicher.

 

Nun gab es endlich das oben erwähnte Big Play zu sehen. WR Jason Harris spielte seinen Größen- und Schnelligkeitsvorteil aus und trug einen 83-Yard-Pass zum viel umjubelten 6:20. Das Spiel erreichte seinen Höhepunkt, die Turbulenzen waren aber sichtbar der Hitze und der damit verbundenen Konzentrationsschwäche einiger geschuldet. Auf den Kickoff folgte eine Interception (gefangen von DB Teo Kamstra), zwei Snap-Fehler der Adler (beim zweiten eroberten die Raiders den Ball) und der nächste abgefangene Pass durch unsere #4.

 

Mit der folgenden Angriffsserie der Adler wurde das Schlussviertel eingeläutet und die Gastgeber konnten den Abstand auf 13:20 verkürzen. Wesley Wieland nach 17-Yard-Pass von Nils Samjeske sorgte für neue Hoffnung bei den schwarz/gelben und ihrem Anhang. Aber nur für kurze Zeit, denn der folgende Drive zeigte die ganze Klasse des Gästeteams. Die Zeit des Experimentierens war vorbei, die Österreicher schlugen eiskalt zurück. Mit drei RB und fünf Spielzügen zum Touchdown. So etwas sieht das Publikum der Adler sonst nur vom eigenen Team. Der Abstand von zwei Scores war wieder hergestellt. Jeweils zwei Mal wechselte noch das Angriffsrecht, aber etwas Zählbares kam nicht mehr heraus. Beide Teams waren körperlich am Ende und ließen sich nach dem Schlusspfiff zusammen! von allen Anwesenden feiern. Das hatten sich alle Spieler auch wirklich verdient!

Glückwunsch an die Jugend der Swarco Raiders zu dieser Vorstellung und Dank für ein faires und hoch interessantes Spiel. Auch unseren Zuschauern, die bei diesen extremen Witterungsbedingungen das Stade Napoleon dem Schwimmbad vorgezogen haben, sei gedankt. Und nicht zuletzt all unseren Betreuern und Helfern, sowie dem Jugendförderkreis, die wieder für einen gelungenen Spieltag gesorgt haben.

 

Headcoach Jörg Hofmann fasste das Spiel wie folgt zusammen: “Schade, dass wir eine ganze Halbzeit gebraucht haben, um uns auf das Spiel mit elf Akteuren einzustellen. Die Gäste kamen uns mit ihrer zwischenzeitlichen Umstellung auf den Pass dann doch entgegen. Die Zuschauer haben ein gutes Footballspiel gesehen. Das Team hat nicht nur mitgespielt, sondern auch gezeigt, dass es mit Rückstand und starkem Druck umgehen kann. Wir haben uns herangekämpft und alles gegeben. Durch dieses Match ist unsere Mannschaft weiter zusammengewachsen. Auf den Linebackerpositionen muss noch gearbeitet werden. Die Fehler des Special Teams waren aufgrund der fehlenden Spielpraxis vorhersehbar. Der Rusher in der Schülerliga ist nur eine Zeitlösung, die sicher noch überarbeitet wird. Dabei steht aber die Gesundheit der Nachwuchsspieler immer im Vordergrund.“ 

 

Nun stehen die Ferien an und dann kommt der „Goldene September“: Im Playoff-Halbfinale der Schülerliga werden wir am 11. oder 12.09.2010 die Spandau Bulldogs zu Gast haben. Der genaue Termin richtet sich nach der Ansetzung in der GFL und wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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Foto: © Kathy Samjeske
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