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World Games Silbermedaille

Einen Rückblick auf die World Games in Polen sind wir Euch noch schuldig geblieben… Als Einladungssportart nahmen am American Football Turnier vier Mannschaften teil. Gastgeber Polen spielte im Halbfinale gegen die von Coach Esumé trainierten Franzosen, während es die Deutschen mit den US-Boys zu tun bekamen. Eigentlich eine klare Sache. In der Regel hat man keine Chance gegen die USA, selbst wenn sie mit ihrer vierten Mannschaft antreten. Der Zufall wollte es, dass es ein kleines Nominierungschaos gab und die komplette Mannschaft der USA sich erst am Tag vor dem Spiel zusammen fand.

Wenn es eine Chance gab, das Mutterland des Footballs zu schlagen, dann am vergangenem Samstag, das Datum 22.7.2017 sollte man sich gut merken. Denn die deutsche Mannschaft packte ihre Chance beim Schopf und ging Mitte des zweiten Viertels mit 7:0 in Führung. Diese hielt aber nicht lange und wurde fast postwendend ausgeglichen. Mit 7:7 ging es in die Pause. Dieses Unentschieden schmeichelte den USA etwas, bekamen sie Quarterback Alexander Haupert kaum in den Griff.

Die Deutschen machten alles richtig, bis zu dem Moment wo sie Punkten mussten. Drei Field Goals wurden verschossen. Diese Tatsache sollte sich kurz nach der Pause rächen.  Spielmacher Haupert konnte die zweite Halbzeit aufgrund einer Verletzung (wie sich später in Deutschland herausstellte ein Kreuzbandriss und damit das Saisonaus) nicht weiter spielen und so übernahm Sonny Weishaupt von Frankfurt Universe die Zügel. Gleich sein erster Passversuch landete aber in den Händen der Gegner. Die Amerikaner schlugen daraus auch prompt Kapital. Wenige Spielzüge gelang ihnen ein fantastischer Catch in der Endzone, allerdings ging der Extrapunkt daneben, was sich später noch als Glück für die Deutschen herausstellen sollte.

Nach einem Handoff von Weishaupt an Receiver und Ex-Adler Nicolai Schumann sah dieser den völlig freien Wide Receiver in der Endzone und so endete sein erster Pass auf Nationalmannschaftsebene in dessen Händen – Touchdown, inklusive Extrapunkt und es stand 14:13.

Obwohl noch massig zu spielen war, schafften es die Deutschen, den Vorsprung über die Zeit zu retten, im Schlussviertel mit Paul Zimmermann als Quarterback. Gegen Ende hin machten sich die Abstimmungsschwierigkeiten der US-Boys bemerkbar. Zahlreiche Snaps misslangen und der US Quarterback konnte insgesamt viermal von der deutschen Defensive intercepted werden. Nach 48 Minuten war die Überraschung perfekt und die Deutschen standen im Finale gegen die Franzosen, welche sich deutlich mit 28:2 gegen Polen durchsetzten.

Das Endspiel fand dann am Montag (24.7.2017) statt. Bis zum Anpfiff des Spiels herrschte noch Sonnenschein in Breslau. Pünktlich zum Kickoff fing es in Strömen an zu regnen. Diese Tatsache sollte den Franzosen und ihrem ausgezeichneten Laufspiel in die Karten spielen. Zur Freude der Adler Fans stand Paul Zimmermann in der Startformation. Dieser legte auch los wie die Feuerwehr. Nach kurzer Spielzeit gelang ihm ein sensationeller 62 Yards Pass auf Kwame Ofori, den Wide Receiver der Kiel Baltic Hurricans der zum Touchdown in die Endzone lief. Der Extrapunkt wurde diesmal aber vergeben.

Kurz danach gelang den Franzosen aber mit ihrem einzigen weiten Pass im gesamten Spiel der Ausgleich – schlimmer noch, die Führung durch den verwandelten Extrapunkt. Ab da schwappte das Spiel hin und her. Die Franzosen setzten fast ausschließlich auf ihr ausgezeichnetes Laufspiel mit ihrem Runningback Stephen Yepmo, der auch regelmäßig viel Zeit von der Uhr nahm. Die Deutschen kamen aber nicht wirklich in die Nähe zu Punkten und jagten das gesamte Spiel diesem einen Punkt Rückstand hinterher.

Es war auch offensichtlich, dass der Dauerregen dem deutschen Spiel nicht wirklich entgegen kam. Quarterback Paul Zimmermann kam zusehends unter Druck und konnte infolge dessen nur unpräzise Pässe werfen. Wenn er mal Zeit hatte, rutschen diese den Receivern durch die Finger. Kurz vor Ende passierte dann das Missgeschick. Paul Zimmermann wurde kurz vor der Endzone so hart angegangen, dass er den Ball verlor und die Franzosen ihn sicherten. Die Mannen von Coach Esume ließen sich nicht zweimal bitten und trugen diesen natürlich per Runningback in die Endzone, 6:14. Nachdem noch eine Minute zu spielen war, landete dann ein letzter Verzweiflungspass in den Händen des Gegners und das Spiel war aus.

Bleibt nur noch den Franzosen herzlichen Glückwunsch zu sagen. Die Deutschen können aber erhobenen Hauptes ihre GFL Aufgaben angehen. Die USA zu besiegen, unter was für Umständen auch immer, kommt nicht alle Tage vor. Gegen die Franzosen zu verlieren ist auch keine Schande, zumal diese eine längere Vorbereitung hatten und im Team Germany zahlreiche, wichtige AFVD Spieler verletzungsbedingt (u.a. auch WR Max Zimmermann) oder aus anderweitigen Gründen Absagen mussten. Der Regen tat sein übriges, er kam an dem Tag unserer Spielweise einfach nicht entgegen.

Text: Jan Sawicki
Foto: BTW Photographers

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