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Preview zum Berlin-Derby, Pt. II

Nach der zweiwöchigen World Games Pause, welches das deutsche Team mit einem schönen zweiten Platz Abschloss (Bericht folgt) abschloss, kehrt nun GFL Alltag ein. Am Samstag kommt es in Berlin zum Spiel der Spiele, es ist Derbytime. Diesmal dürfen die Adler die Rebels im heimischen Horst begrüßen.

Dabei geht es für beide Mannschaften um viel, allerdings in unterschiedlichen Richtungen. Die Rebels brauchen jeden Punkt um sich bei dem Kampf um einen Playoff Platz gegen den überraschend starken Aufsteiger aus Köln durchzusetzen. Die Adler wollen endlich ihre deprimierende Niederlagenserie von 7 Spielen in Folge beenden. Außerdem gibt es auch noch die kleine Ärgerlichkeit von einem Jahr ohne Heimsieg auszumerzen. Die Adler Nation und ihre lautstarken Anhänger hätten es verdient nach dieser langen Zeit, in der sie vor allem Leidensfähigkeit bewiesen haben. Was gäbe es da schöneres, als ein Sieg gegen den Stadtrivalen.

KURZINFO ZUM GEGNER

Name: Berlin Rebels
Gegründet: 1987
Teamfarben: Schwarz-Silber
Head Coach: Kim Kuci (auch RB Coach)
Erfolge: Playoff-Qualifikation 2016

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So lief das Hinspiel:

Die favorisierten Rebels trauten Ende April wohl kaum ihren Augen. Die Adler mit einem Sieg in Hamburg in die Saison gestartet, legten los wie die Feuerwehr. Nach einem ereignisarmen ersten Viertel, gelangen den Adlern im zweiten Viertel zwei Touchdowns und da die Defense den Rebels Angriff, vor allem das hochgelobte Runningback Duo, ausgezeichnet im Griff hatte, ging es mit einer 13:6 Führung der Adler in die Pause. Nach der Halbzeit passierte dann das Missgeschick. Ein Fumble in der eigenen Redzone wurde von den Rebels nicht nur gesichert, sondern auch noch zu einem Touchdown zurückgetragen. Keiner konnte ahnen, dass die folgenden Spielminuten ein Spiegelbild der nächsten Spiele werden sollten, welche man getrost mit den Worten: Pleiten, Pech und Verletzungen zusammen fassen kann. Neben Verletzungen von Schlüsselspielern in entscheidenden Phasen wurden auch zwei Punts total verpatzt. So passierte das Unaufhaltsame und die Rebels erzielten 41 Punkte am Stück und schraubten das Endergebnis auf 47:13 hoch. Der Beginn der Niederlagenserie in dieser Saison.

>>BILDER VOM HINSPIEL (📸 Lothar Köthe)<<

STARS DER REBELS

K/P Phillip Friis AndersonEher selten, dass bei Spielern die man beobachten soll ein Kicker/Punter dabei ist. Allerdings ist Anderson nicht irgendein Kicker, sondern er ist der Kicker mit der meisten Kraft in der GLF. Seit dieser Saison ist er der K/P der Rebels. Dabei ist Berlin keine unbekannte Stadt für ihn. 2014 heuerte er bei den Adlern an und half ihnen den Eurobowl zu gewinnen. In dieser Saison also spielt er für die Rebels. Er ist einer der wenigen Kicker der GFL, den man auch bei Distanzen jenseits der 50 Yard antreten lässt. In dieser Saison sind es zwei erfolgreiche bei 4 Versuchen, das weiteste war 56 Yards entfernt. Auch seine Punts sind obere GFL Spitze. Knapp der Hälfte nagelt er in die gegnerische Redzone, so dass die gegnerische Offense eine schwierige Ausgangsposition hat. Sein Schnitt von 43,5 Yards ist der Spitzenwert der gesamten GFL. Fun Fact am Rande. Anderson ist eigentlich nicht nur Kicker, sondern auch Receiver in der dänischen Nationalmannschaft. Als solcher wird er bei den Rebels aber nicht mehr eingesetzt, im Gegensatz zu seiner Zeit bei den Adlern, wo ihm sogar eine 78 Yard Reception gelang.

WR Nicolai SchumannIm Bericht zu den World Games gab es ja schon eine kleine Übersicht über die Karriere von Schumann. Da er dieses Wochenende Gegner der Adler ist, werfen wir mal einen kleinen Blick auf seine bisherige Saison – außerdem ist seit dem letzten Bericht so viel passiert, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Ex-Adler hat wohl seine beste Saison in der GFL bisher gespielt. Er ist neben dem Kicker Anderson der fleißigste Punktesammler der Rebels. Er hat nun schon acht Touchdowns gefangen und Pässe für 459 Yards gefangen, was in der Wide Receiver reichen Squad der Rebels Platz zwei bedeutet. Zwei dieser TDs erzielte er übrigens im Hinspiel, darunter seinen längsten der Saison für 56 Yards.

Hinzu kommen auch ganz neue Qualitäten wie man jetzt bei den World Games gesehen hatte. Dass er in seiner Adler Vergangenheit auch mal als Kicker herhalten musste, wurde ja schon im Bericht über ihn geschrieben, bei den World Games wurde er allerdings auch als Passer „missbraucht“. Bei dem Spielzug des Turniers erhielt er einen Handoff seines Quarterbacks, den er dann mit einem traumhaft sicheren Pass zu seinem Wider Receiver verwandelte und damit das favorisierte Team USA schlug.

DE Rory Johnson: Rory ist einer dieser Spieler die man liebend gern in seinem Team hat. Der „Hass“ ist aber ungefähr genauso groß wenn man gegen ihn spielen muss. Neudeutsch wird so jemand wohl als Aggressive Leader bezeichnet. Er bringt seinen Gegner mit seiner Spielweise, welche sich ab und an im Graubereich befindet, zur Weißglut.

2007 wurde er von den Green Bay Packers als Undrafted Free Agents verpflichtet, überlebte den letzten Cut aber nicht und verbrachte die übrige Zeit in deren Practice Squad. Das gleiche Schicksal passierte ihm dann in den zwei folgenden Jahren bei den New York Giants. Danach spielte er kurz in Edmonton und wechselte dann zum ersten Mal in die GFL zu den Rebels, wo er in drei Spielzeiten zum Leading Tackler Aufstieg. Danach folgte eine Saison bei den Adlern – auch er half diesen den Eurobowl zu gewinnen. Danach folgte er seinem alten/neuen/alten Coach Kuci zu den Rebels. Hier ist er diese Saison auch weiterhin einer der besten Tackler, hat schon 50 Tackles verbucht, davon 13 für Raumverlust und 3 Quarterback Sacks.

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STÄRKEN

Ging man im Hinspiel von der Defense aus, auf Grund ihres Runningback Duos, hat sich das im Rückspiel grundlegend geändert. Die große Stärke in der Saison scheint nun die Passverteidigung zu sein. In neun Spielen ließ man nur knapp 1.700 Passing Yards zu. Dazu kam nur knapp jeder zweite Pass des gegnerischen Quarterbacks an. Der einzige Schwachpunkt in diesen Zahlen, man ließ trotzdem 20 Pass Touchdowns zu, dem stehen allerdings auch 8 Interceptions gegenüber.

Wie oben schon erwähnt ist das Punting eine große Stärke der Rebels. Sie lassen im Schnitt nur knapp 2,5 Return Yards zu. Interessant zu sehen wie es gegen die Adler wird, die mit 17,6 Return Yards im Schnitt die meisten erzielen.

SCHWÄCHEN

Die Rushing Defense. Hier tummeln sich die Rebels im unteren Drittel der GFL, nur knapp vor den Adlern. Sie lassen durchschnittlich 135 Laufyards zu (im Schnitt 4,3 pro Lauf). Interessanterweise verhält es sich hier umgekehrt zu Offense Defense, den 1220 erlaubten Rush Yards insgesamt stehen aber nur 6 kassierte Lauf TDs gegenüber, was wiederum Platz vier in der Liga bedeutet.

WAYS TO WIN

  1. It’s Derby Time: Dem Gegner zeigen das man sich auch nicht durch 7 Niederlagen unterkriegen lässt und 120% geben, die 20% sind extra Motivation durch den Derby Bonus.
  2. Establish the Running Game: Das Laufspiel zum Laufen bringen, wie die Spiele gezeigt haben sind die Rebels hier verwundbar
  3. Cover the Receivers: Die Rebels haben vier fast gleich starke Receiver, welche zwar keine beeindruckenden Zahlen bisher haben, bis auf Schumann. Aber wenn man sie aus dem Spiel nimmt, müssen die Rebels auf ihr Laufspiel setzten, was noch nicht so ins Rollen geraten ist.

Das Spiel wird von uns per „Kickoff Radio“ Livestream übertragen auf www.meinsportradio.de, wie immer fachmännisch kommentiert von Chris Höb. Diesmal an seiner Seite ist Adler-Experte und ranNFL-Statistikgott Roman Motzkus!

GO ADLER

Text: Jan Sawicki
Foto: Mario Güldenhaupt / Facebook

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http://www.berlinadler.de/2017/07/preview-zum-berlin-derby-pt-ii/
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