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Orkan über dem Poststadion

Die Berlin Adler verloren am Samstag gegen die Kiel Baltic Hurricanes deutlich mit 13:68. Anfangs sah es noch nach einer ausgeglichenen Partie aus, bevor die Canes vor 1.814 Zuschauern im Poststadion loswirbelten…

FOTOS ZUM SPIEL:
>>Mario Güldenhaupt / Facebook<<

Nach dem großen Regen der letzten Tage, sollte eigentlich Sonnenschein kommen. Dies galt allerdings nicht für die heimischen Adler. Für die kam es vorher noch mal Knüppeldick, in Form eines geballten Kieler Hurricanes.

Nachdem die Zuschauer im ersten Viertel noch das Gefühl hatten, dass die Adler erstaunlich gut mithalten können gegen den Favoriten aus Kiel, wurde man im zweiten Viertel vor allem vom Kieler Running Back McClendon regelrecht seziert.  Der momentan beste Running Back der GFL erwischte einen Sahnetag.

Das Spiel startete für die Kieler etwas holprig, nach gutem Drive der Adler, welche sich wiederholt nicht für ihre Anstrengungen mit Punkten belohnten, wurde schon der erste Wurf des australischen Gäste-Quartebacks vom ausgezeichnet postierten Adler Linebacker Burton de Konning abgefangen. Leider konnte auch aus dieser Situation kein Kapital geschlagen werden. So kam es wie es kommen musste, McClendon gelang im zweiten Offense Drive der Kieler ein 1-Yard TD Lauf zur 7:0 Viertelführung.

Das zweite Quarter kann man getrost unter der Überschrift: Pleiten, Pech und Pannen zusammenfassen. Die Kieler punkteten in jedem ihrer vier Drives mit einem TD, während die Adler Schwierigkeiten hatten, überhaupt First Downs zu erzielen. Schlimmer noch, gegen Mitte des Viertel wurde ein Puntversuch nahe der eigenen Endzone von einem Kieler geblockt und in der Endzone vom neuen Canes Linebacker Joshua Alaeze gesichert. Touchdown Kiel. So ging es mit einem 0:41-Rückstand in die Halbzeitpause.

Als hätten die lautstarken Adler Fans nicht schon genug gelitten, schlug die Kieler MMS Offense (McClendon / Mitchell / Stegman) 48 Sekunden nach Viertelbeginn knallhart zu und schraubte das Ergebnis weiter in die Höhe. Nachdem der nächste Drive der Adler beinahe wieder in einer Katastrophe endete, da ein widerholt schlechter Snap einen 4-Yard-Punt zur Folge hatte, schwante den Adler Anhängern böses. Hier hatte Berlins Defense diesmal aber ein Wort mitzureden unter gütiger Mithilfe vom Spieler des Spiels McClendon, welcher hier seinen einzigen Fehler machte. Die erneute Endzone schon im Blick machte er sich sehr lang, dabei Schlug ihm aber Defense Back Arne Gehrt den Ball aus der Hand, welcher von Martin Jacob gesichert wurde. Durch dieses Erfolgserlebnis der Defense wurde die Offense anscheinend wachgerüttelt und legte ihren besten Drive des Spiels hin.

93 Yards, acht Spielzüge können sich sehen lassen, abgeschlossen mit einem schönen Pass von Fortino auf Bryan Zerbe. Die deprimierende Null war weg: 6:48, leider misslang zum wiederholten Male in dieser Saison der Extrapunktversuch.

Die Kieler ihrerseits hatten noch nicht genug. In den restlichen fünf Minuten punkteten sie noch zweimal und beim Stande von 6:62 wurden ein letztes mal die Seiten gewechselt.

Das letzte Viertel ging dann erfreulicher los. Fortino dirigierte die Adler Offense bis an die Kieler 2-Yard-Linie, dann schlug das unglaubliche Verletzungspech der Adler wieder zu. Nach einem Sack der Kieler musste Fortino vom Platz getragen werden. Das hieß für die Adler: „Paul, übernehmen Sie!“ Der zu Beginn des Spiels als Receiver aufgebotene Paul Zimmermann kehrte in seine Paraderolle zurück, mit der er in die Saison gestartet war. Seine erste Tat als Regisseur war ein erfolgreicher Touchdown-Pass auf WR Julian Kassler. Diesmal gelang auch der Extrapunkt, neuer Spielstand 13:62. In der Folgezeit gelang Kiel noch ein Touchdown und die Adler beendeten das Spiel mit ihrem längsten Drive des Tages, welcher an der Kieler 10 Yards Linie auslief. Ein vierter Versuch wurde erfolglos ausgespielt.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass unser „Angstgegner“ aus Kiel wieder einmal zu stark war.Die Adler warten weiter auf ihren ersten Sieg nach 2009 im German Bowl. Der australische Gäste Quarterback hatte viel zu viele Waffen gegen eine viel zu lange auf dem Feld stehende Adler Defense. Für seine 8 Touchdown Pässe fand er erneut 6 verschiedene Receiver. McClendon ist momentan der mit Abstand beste Running Back der Liga – ihn in 48 Minuten unter Kontrolle zu halten scheint momentan ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Adler-Niederlage fiel mit dem ein oder anderen Touchdown zu hoch aus, aufgrund der Leistung im ersten Viertel und über weite Strecken der zweiten Halbzeit. Am nächsten Samstag sind die Dresden Monarchs zu Gast im Poststadion, auch da sind die Adler nur Außenseiter. Sollten sie die Leistung des ersten Viertels aber mal konstant über vier Viertel auf den Rasen zaubern, könnte man an einer Überraschung schnuppern. Bleibt zu hoffen, dass sich Quarterback Niko Fortino nicht schwerer verletzt hat und dass der schmerzlich vermisste Max Zimmermann wieder zurückkehren kann.

>>FACEBOOK-FREUNDE EINLADEN ZUM GFL-HEIMSPIEL AM 15. JULI 2017<<

STIMMEN ZUM SPIEL

folgen noch…

SCORING SUMMARY

Berlin Adler – Kiel Baltic Hurricanes, 08.07.2017

1st Quarter
0:7, C.McClendon, 1 yd Run (PAT T.Albrecht)
2nd Quarter
0:14,  X.Mitchell 9 yd Pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
0:21, L.Rehder 26 yd Pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
0:27, J.Alaeze 0 yd geblockter Punt Return (TPC J.Stegman pass failed)
0:34, D.Sanchez 41 yd Pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
0:41, L.Rehder 11 yd Pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
3rd Quarter
0:48, X.Mitchell 18 yd Pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
6:48, B.Zerbe 12 yd pass von N.Fortino (TPC N.Loss Lauf failed)
6:55, K.Ofori 14 yd Pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
6:62, J.Ibrahim 9 yd pass von J.Stegman (PAT T.Albrecht)
4th Quarter
13:62, J.Kassler 7 yd Pass von P.Zimmermann (PAT M.Lewerenz)
13:68, K.Ofori 12 yd Pass von J.Stegman (PAT failed)

Text: Jan Sawicki
Foto: Mario Güldenhaupt / Instagram @mr.blickfang

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